Tumororthopädie

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Dr. med. Marc Koch

Tumorerkrankungen in der Orthopädie

Die Knochentumore lassen sich Grundlegend in zwei Kategorien einteilen:

  1. Primäre Knochentumore gehen direkt vom Knochengewebe aus (Knorpel, Osteoblasten oder Osteoklasten). Typisch für die primären Knochentumore ist, dass diese während eines bestimmten Alters und an einem bevorzugten Ort (Knochen) auftreten. Ebenfalls gibt es meist einen Geschlechtsunterschied und oft spezielle Symptome. Die primären Knochentumore kommen meist in der Zone des Längenwachstums (Wachstumsfugennah) vor, eine Ausnahme stellt das Ewing-Sarkom dar, da es meist in der Diaphyse lokalisiert ist. Da die Tumore meist zerstörend (destruierend) wachsen, muss das Röntgenbild in die Diagnose mit einbezogen werden. Radiologisch erfolgt die Einteilung nach der Lodwick-Klassifikation. Mit anderen Worten: das Röntgenbild ist die Makroskopie der Knochentumore. Dabei stehen die Endungen -chondrom, -osteom und -blastom für gutartig, die Endung -sarkom für bösartig.
  2. Als sekundäre Knochentumore werden die Metastasen von Tumoren anderer Lokalisation zusammengefasst. Meist kommen diese Tumore – weitaus häufiger als die primären Knochentumore – im Bereich der Wirbelsäule vor (etwa Metastasen des Lungenkrebs oder Brustkrebs).

Allgemeines

Ziele der allgemeinen Behandlung von Patienten mit Knochentumoren sind

  1. Schmerzbeseitigung,
  2. Erhaltung oder Wiederherstellung eines funktionsstabilen Skelettabschnittes,
  3. Diagnosesicherung durch Biopsie des Tumors bei fraglicher Diagnose.

Gutartige Tumoren mit eindeutigem Befund der bildgebenden Verfahren ohne klinische Symptomatik und ohne Stabilitätsgefährdung sind in der Regel nicht operationsbedürftig. Dies betrifft insbesondere osteofibröse metaphysäre Kortikalisdefekte. Die chondroiden Tumoren nehmen eine Sonderstellung ein wegen ihrer u. U. schwierigen allgemeinen und histologischen Artdiagnostik und den daraus entstehenden therapeutischen Konsequenzen.

Operative Therapie

Ziele der operativen Therapie von Knochentumoren sind

  1. Diagnosesicherung durch Probeentnahme aus dem Tumor.
  2. Festlegen des endgültigen Behandlungsschemas nach Diagnosesicherung durch den histopathologischen Befund. Beratung in der Tumorkonferenz.
  3. Operative Tumorbeseitigung und Rekonstruktion unter Erhaltung oder Wiederherstellung eines funktionsstabilen Skelettabschnittes.
  4. Nachkontrolle und ggf. begleitende Chemo- oder Strahlentherapie je nach Tumorart.

Die Prognose ist abhängig von der Diagnose, der Ausdehnung der knöchernen Läsion und damit einhergehender Frakturgefährdung. Ist bei den bildgebenden Verfahren eine Zuordnung nicht eindeutig möglich, muss eine histologische Diagnosesicherung durch eine Probeentnahme des Tumors erfolgen, da häufig nur so eine definitive Abgrenzung gegenüber malignen (bösartigen) Tumoren gelingt. In Abhängigkeit von der Ausdehnung des Tumors sind pathologische Frakturen (Knochenbrüche) zu erwarten. Sekundäre, maligne Entartungen vor allem bei knorpligen und Riesenzelltumoren sind beschrieben.